Dr. Jürgen Eichhoff

Bad Kreuznach

14. Juli 2011

Grußwort zur Vorstellung des Projektes „Kreuznacher Faustmuseum“

Die Figur des Dr. Johannes Faust ist und bleibt ein Faszinosum, sowohl was seine Person und sein Leben, wie auch, was seine Wirkung, vor allem als Quelle literarischer Bearbeitung, betrifft. Es lohnt sich, sich mit beiden Aspekten zu befassen.

Durch Quellen, die als solche verifizierbar sind, wird der historische Dr. Faust auch in Bad Kreuznach lokalisiert. Der Abt des in der Nähe gelegenen Klosters Sponheim berichtet in einem Schreiben an den Hofmathematiker und Astrologen Johann Wirdung in Haßfurth, dieser Faust sei während seiner Lehrtätigkeit an der Lateinschule in Bad Kreuznach als Betrüger und obendrein Knabenschänder in Erscheinung getreten; er habe die Stadt daher fluchtartig verlassen müssen. Die Wissenschaft hat Zweifel an den Motiven des Abts, sich so zu äußern, angemeldet.

Wenn Bad Kreuznach wirklich eine Station im Leben des Dr. Faustus war, ist nicht unmöglich, dass irgendwo in einem Archiv, in einer Dokumentensammlung weitere, unabhängige Belege auf ihre Entdeckung warten. Für solche Entdeckungen das Bewusstsein offen zu halten — auch das wäre das Anliegen eines Museums, das es sich zur Aufgabe macht, die bisher bekannten oder vermuteten Nachweise für des Wirken des Dr. Faust in unserer Stadt einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Denen, die sich darum bemühen, sei Erfolg gewünscht!

Dr. Jürhe University of Wisconsin-Madis

Veröffentlicht mit Einwilligung des Verfassers

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