Dieter Gronbach

9.07 2011

Grußwort Faust Museum KH

Seit 1983 gibt es in Bad Kreuznach Bemühungen das „Faust-Thema“ zu bearbeiten und zu vermarkten. Damals wollte man über dieses Thema den Fremdenverkehr in unserer Region fördern.
Obwohl sich zeitweise zahlreiche sachkundige Personen (z.B. Marcus Conrad, Dr. Rüdiger Schar, Dr. Richard Auernheimer, Dr. Günter Mahal, Rolf Günter) und eine professionelle Werbeagentur mit den dem Thema beschäftigten, wurden langfristig und dauerhaft keine wesentlichen Erfolge erzielt.
Auch die Ergebnisses der 1988 gegründeten und bis Ende der 90ziger Jahre bestehenden „Faust-Arbeitgruppe“ des Verkehrsvereins und zwischenzeitlich drei Symposien zu dem Thema (mit international renomierten Wissenschaftlern), konnten der „Faust-Frage“ nicht die Bedeutung verschaffen, die ihr m.E. in Bad Kreuznach zukommt.

Deshalb ist jede Aktivität zu begrüßen, die zur Erreichung des angestrebten Zieles dienen kann. In dieser Hinsicht wünsche ich Herrn Dr. Wohlleben viel Erfolg.

Er hat mich gebeten, ein Grußwort unter Berücksichtigung meiner persönlichen Verbindung zu Herrn Dr.Mahal an Sie zu richten.

Zunächst möchte ich einmal betonen, dass Dr. Mahal den Aufenthalt Faust´s in Kreuznach als gesichert und nachgewiesen gesehen und publiziert hat. Dies galt ohne jede Einschränkung über zwei Jahrzehnte bis zum Jahr 1997.
Dann veröffentlichte Mahal einen Artikel „Faust in Kreuznach?“. Ich betone ausdrücklich, dass die Überschrift mit einem Fragezeichen versehen war.
Vorausgegangen waren in Bad Kreuznach Überlegungen, die im Trithemius-Brief zwar den Aufenthalt Faust in Kreuznach bestätigt sehen aber die dort genannte Unzucht mit Kindern als falsche Behauptung des umstrittenen Mönches darstellen wollten.
Dr. Mahal führte dazu aus, dass man den Brief entweder als Quelle und Nachweis für beide Angaben sehen oder aber den Brief generell als falsche Darstellung werten müsse.
Er betonte, dass „er sich keck das Verdienst zuschreibe, das seit Jahrzehnten dahindämmernde „Faust-in-Kreuznach-Dornröschen“ mit etwas heftiger Gebärde wach geküsst zu haben…“

Wir sollten m.E. „die Faust in Kreuznach Frage“ nicht überbewerten, denn wir haben noch einen weiteren Trumpf in der Hinterhand: Maler Müller.
Es ist nachgewiesen und auch völlig unbestritten, dass sein Faust-Fragment von 1776 lange vor Goethes erster Veröffentlichung zu Faust erschien.

Damit hat Kreuznach seinen Bezug zu Faust und sollte das Thema m.E. offensiv angehen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Veröffentlicht mit Einwilligung des Verfassers

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