E i n f ü h r u n g

 

Es handelt sich um eine Dokumentation zum HISTORISCHEN FAUST in Kreuznach (von „Fasten“ bis 20.August 1507). Rudolf Wohlleben ist der Ansicht, dass es in Bad Kreuznach ein grundlegend und tiefes Bedürfnis seitens der geschichtsbewussten Einwohner gibt, FAUST-Dokumente in Zusammenhang mit dem Jahr 1507 zu zeigen! Daher dieses kleine Museum (im Aubau).

Wichtig ist:
„Faust w a r in Kreuznach“

 Hierzu die Exponate im Museum:

  • 1. Zeittafel Dr. phil Günther Mahal, Kloster Maulbronn, Faust Vorname: Johannes (vorherrschend)
  • 2. Zeittafel Prof. Frank Baron (USA), Faust Vorname: Georg, Jörg
  • Landkarte der Kutschenreisen, Wanderungen (13500 km)
  • Faksimile-Ausgaben der ersten Faustbücher (die Volksbücher): 1587, 1588
  • Neuere Faustbücher Dr. phil. habil Günter Mahal / Kloster Maulbronn
  • Drudenfuss-Zauber-Symbol oder Pentagramm(e): fünfeckig
  • Laterna magica (vorhanden)
  • Faust in KH: Faust-Haus(1590), -Gasse, -Apotheke, -Puppen im PUK
  • Sechseckiger Gift-Schrank (vorhanden)
  • Glas-Destille,modern,mit Sockel zur Demonstration eines Alchemie-Labors (Kauf geplant)
  • Ledersäckchen mit Zettel, mit Zaubersprüchen, Fund in Knittlingen (geplant)
  • Destille antik (geplant)

 Fernziel:

 Die „FAUSTSTADT-BAD KREUZNACH“ (wie bereits 1980 vorgeschlagen und selbst von Mahal erwähnt).

Zugegeben, manches ist unter Geschichtsforschern zu Fausts Leben noch umstritten, z.B. wo, in welchem (Holz-) Haus in der Säugasse (heute: Ohlig- oder Oligen- Gasse) und wann genau er in Kreuznach gewohnt hat und in welchem Gebäude der damaligen „Lateinschule“, dem Karmeliter- Kloster er in KH gelehrt hat. Von den spärlichen insgesamt fünf DIN A4-Seiten Dokumenten /Quellen zu Faust stammen 1-1/2 Seiten von unserem bekannten Sponheimer Abt. Der berühmte „Trithemius-Brief“ -eine üble Hetze auf Faust– wurde von Trithemius an den Heidelberger Astronomie-und Mathematik-Professor VIRDUNG geschickt. Der erst 1532 gedruckte Brief liegt im Vatikan in Rom. Damit stammen immerhin etwa ein Drittel sämtlicher Faust-Dokumente aus unserer Gegend / Kreuznach !
Auch das Faust-Museum der „Faust-Geburtsstadt“ Knittlingen (nach Mahal) kann keine Geburtsurkunde von Faust vorweisen, weil deren Stadtarchiv zwei Mal abgebrannt ist… Es gibt aber eine überlieferte Abbildung seines Geburtsfachwerkhauses, die zu den Exponaten gehört, wozu die Grundmauern noch existieren.
Geburts-Hinweise stammen aus drei vagen Brief-und Berichtsquellen; der US-Professor Frank Baron verweist dagegen auf andere Quellen zu Fausts Geburt, Jugend und Studium: Geburtsort: Helmstadt bei Heidelberg, Matrikel der Uni. Heidelberg und Weiteres, daher läuft die „Zeittafel“ zu Fausts Kindheit und Jugend zweispurig: 1. nach MAHAL, 2. nach BARON.
Unser ehemaliger Oberbürgermeister Rolf Ebbeke hat sich — leider vergebens– rührend und höchst verdienstvoll um eine Klärung dieses Sachverhaltes bemüht und 1985, 1998 und 10.6.2004 drei internationale „FAUST- Symposien“ I,II,III in Kreuznach organisiert und mit hochkarätigen Referaten durchgeführt, deren Dokumentationen zu I und III im Museum eingesehen werden können.
Kurz gesagt, vieles ist am historischen Faust umstritten und bedarf weiterer Forschung und Quellensuche. Aber was der kleine Ort Knittlingen mit seinen ebenfalls nicht vollständig abgesicherten Daten zu Wege gebracht hat (Faust-Museum und Archiv), das kann Kreuznach ebenso, mit der gleichen Berechtigung!
Viele Kreuznacher sollten sich daher nicht von einigen, ewigen obersten Bedenkenträgern aus der eigenen Stadt weiter ins Boxhorn jagen lassen, sondern wir sollten unsere Quellen-Schätze stolz vorzeigen und sie vor allem dem Tourismus und Fremdenverkehr hier nutzbar machen z.B. als Teil einer Stadtführung; denn eins ist klar: Man kann kulturell-interessierte Touristen nicht nur von einer Weinprobe zur nächsten jagen, es sollten auch Geschichtsbausteine unserer eher strukturell dünnhäutigen Region in den Fremdenverkehr verstärkt eingebaut werden!
Der Leiter dieses Faustmuseums steht jedenfalls bereit,über den historischen Faust,Fremden innerhalb einer halben Stunde –oder länger– Führungen und Erläuterungen anzubieten.
Die jetzt aufgetriebenen Exponate sind keineswegs komplett und erschöpfend; im Gegenteil:
In der erwünschten Zusammenarbeit mit dem Faust-Archiv Knittlingen wird dieses erst im Aufbau befindliche Museum in Zukunft, hoffentlich allerhand Ergänzungen erfahren. Geduld ist angesagt und Verbesserungs-Vorschläge werden dankbar entgegengenommen, soweit sie finanziell verkraftbar sind.
Ein erklärtes Fernziel dieser Bemühungen ist z.B. die Stadt Kreuznach als „FAUST-STADT“ zu führen, was ja bereits in den 80er Jahren, angeregt von Mahal, in der Diskussion stand.

In der Hoffnung auf reges Interesse und positive Anregungen und Unterstützung danken,
Dr. Rudolf Wohlleben und seine Helfer/Betreuer.

Ausblick:

Es ist geplant, folgende Schwerpunkte zu verfolgen:

  • Ausstellen weiterer Exponate, nach Besuch in Knittlingen, Bretten (Melanchton-Haus) und Pforzheim (Reuchlin-Museum)
  • die Literatursammlung zu ergänzen, Antiquariate werden abgefragt
  • das Thema „Faust u. die HUMANISTEN“ zu verfolgen/dokumentieren
  • 17 Varianten von Magie zu dokumentieren („Faust der Magier“)
  • Maler-Müllers (des Kreuznacher großen Sohnes, 1749-1825) „Metrischen Faust“ von 1778 angemessen darzustellen und zu kommentieren, (Dissertation von Ulricke Leuschner 1992)